Rezension “Morgans Erwachen”

Endlich komme ich mal dazu die Rezension zu Alex Epsteins Roman “Morgans Erwachen” zu schreiben.

Inhaltsangabe:
“Im frühmittelalterlichen Britannien wächst Anna als Tochter des Herzogs von Cornwall in Tintagel auf. Ihr Schicksal wendet sich schlagartig, als Uther Pendragon ihren Vater ermodert und ihre Mutter Ygraine zur Frau nimmt. Sie muss nach Irland fliehen, wird versklavt- und aus dem wohlbehüteten Mädchen Anna wird die zauberkundige Frau Morgan, die sich an Uther rächen will. Als sie den Mann findet, der ihr dabei helfen kann, ist sie hin-und hergerissen zwischen ihrem Durst nach Rache und ihrer Sehnsucht nach Liebe.”

Ich persönlich fand das Buch hat sich sehr vielversprechend angehört, auch weil ich Sagen rund um Artus spannend finde. Deshalb habe ich mich auch sehr über das Exemplar des Urachhaus Verlag gefreut- an dieser Stelle noch mal ein Danke dafür!

Der Klappentext verrät eigentlich schon sehr viel über den Inhalt.

Positiv ist mir aufgefallen, dass die Figur von Morgan sehr konsistent war- ihre Handlungen und Entscheidungen waren stets nachvollziehbar und haben zu ihrem Charakter gepasst. Zwar hat man sich oft etwas anderes für sie gewünscht, doch muss gesagt werden, dass alles andere nicht zu ihrem Charakter gepasst hätte. Schön fand ich auch, dass der Autor versucht hat zu erklären, weshalb Morgan in der Artussage oft als Fee bezeichnet wird. Spannend war für mich auch, dass -obwohl es ein Fantasyroman war- auf die Phänomene der Zeit eingegangen wurde, z.B. auf die ersten Christen in Irland, den Zerfall des römischen Reiches etc.

Negativ ist mir das Erzähltempo aufgefallen. Gelegentlich wurden Gefühle und Gedanken von Morgan ewig lang reflektiert, während dann größere Ereignisse (die Hochzeit Conalls, der Tod eines Stammesfürsten) sehr plötzlich und schnell hintereinander erzählt. Außerdem hatte ich mir von Morgans zauberkundiger Wandlung ein bisschen mehr erhofft, da sie eigentlich nie eine richtige Ausbildung erhält und die Kräfte zwar benutzt, doch nicht versteht (zumindest kam es mir so vor)- außerdem hätte ich mir einen weiteren Auftritt des großen Magiers gewünscht, oder eine Interaktion. Schade fand ich auch, dass die irischen “Barbaren” nicht konsistent beschrieben wurden: Und zwar heißt es, sie können weder schreiben noch lesen und als der Grieche Morgan Unterricht geben will, wird ihm dies sogar verboten, dann wiederrum erklärt ein Ire aus demselben Stamm Morgan: Nur wer ehrenvoll kämpft, über den werden Gedichte geschrieben- scheinbar wird hier also doch die eigentlich abgelehnte schriftliche Kultur wertgeschätzt, was ich etwas paradox finde.

Fazit: Leider hat das ungleichmäßige Erzähltempo manchmal dafür gesorgt, dass das Buch sich etwas gezogen hat. Allerdings wollte man trotzdem die ganze Zeit wissen, was am Ende passiert: Kehrt Morgan zurück nach Hause? Wird sie Rache an Uther Pendragon nehmen? Weshalb durchweg Spannung im Buch geblieben ist. Für mich kommt noch Positiv hinzu, dass ich das Buch in meiner Hausarbeit integrieren konnte, die ich über “Barbaren” schreibe- und die mir dank “Morgans Erwachen” deutlich mehr Spaß gemacht hat. Generell würde ich das Buch weiterempfehlen, aber vor allem Fans der Artussage, da doch einige Verknüpfungen erstellt werden, die man meiner Meinung nach besser versteht, wenn man sich im Stoff etwas besser auskennt (z.B. warum Morgan ständig als Fee bezeichnet wird etc.). Ich würde dem Buch 4 von 5 Sternen geben.

Über das Buch:

Titel: “Morgans Erwachen”
Autor: Alex Epstein
Erschienen im Verlag: Urachhaus
Seiten: 318
ISBN: 978-3-8251-7870-3
Preis: (D) 16,90 Euro